Entlang der Küsten des Salento stehen auf Landzungen und Felsvorsprüngen ca. 58 Türme. Einige sind sehr gut erhalten und bewahren ihren trotzigen Charakter aus der Zeit, in der sie als Aussichtsposten zur Verteidigung gegen die Sarazenen dienten. Sie sind Anhaltspunkte für Seeleute und verleihen der Küstenlandschaft ihre Persönlichkeit und besondere Atmosphäre.
Die meisten Torri haben einen quadratischen, wenige einen runden Grundriss und sind mit Schießscharten und Wurflöchern versehen. In der Gegend von Lecce stehen der Torre Specchiolla, ein Bauwerk mit quadratischem Grundriss und pyramidenförmiger Basis, der Torre Rinalda, der 12 Wurflöcher aufweist, durch die kochendes oder entflammtes Material und anderes auf die Feinde hinabgeworfen werden konnte, und die den Abfluss des Wassers, sei es Regen oder Meer, begünstigten. Er ähnelt dem vorangegangenen Turm, ist nur in den Dimensionen verschieden. Torre Veneri besitzt einen pyramidalen Rumpf und ist im oberen Teil eingestürzt. Der kreisrunde Torre Chianca wurde im Jahre 1569, San Cataldo hingegen schon 1485 erbaut. In der Gegend von Melendugno trifft man auf den Torre Specchia Ruggeri von 1568 mit seiner quadratischen Grundform und glatten Aussenwänden, im Gegensatz zu Torre San Foca, der zwölf Wurflöcher, drei pro Seite, aufweist. 1577 wurde ein Ausguck für die Artillerie angebaut. Torre Roca Vecchia ähnelt den anderen, ist heute im Verfall begriffen und steht auf einer Klippe in Ufernähe. Im Torre dell' Orso trifft man auf die Namen einiger berühmter Ritter wie Giovanni Maria Corvino, Gennaro Stefano,Pietro Corsano und Giovanni Battista Cortese.
In Otranto stehen die folgenden Bauwerke:: Torre S. Andrea, der mittlerweile die Küstenwache beherbergt, Torre Fiumicelli, der sich in der Nähe des Almini-Strandes befindet und einen pyramidalen Grundriss hat, und dessen Obergeschoss komplett eingestürzt ist, ausserdem Torre del
Serpe. Dieser ist von zylindrischer Form, teilweise verfallen, und war einst der Leuchtturm von Otranto. Er ist Symbol der Stadt geblieben und in Gehöft umgewendelt worden. Die Bucht von Sant' Emiliano wird vom gleichnamigen Turm beherrscht, auch dieser liegt zum Teil in Ruinen. Zwischen Santa Cesarea und Castro folgen weitere Türme aufeinander: Torre Minervino, mit einer carakteristischen Rundform, die für beim Burgenbau angewandt wurde, präsentiert sich mit zwei kleineren Türmen, einem abgeschrägten Rumpf mit breiterer Basis und Öffnungen wie Schießscharten im oberen Geschoss. Torre di Castro, mit einem quadratischen Grundriss, dominert eine weite Ebene,und verfügt über imponierende Schießscharten, die sich zum Inneren her erwitern und dem Schützen so Deckung boten. Von Torre Lupo aus, der auf einem Hügel liegt, konnte man die ganze Ebene zu seinen Füßen unter Beschuss nehmen. Der nahgelegene Torre di Andrano ist beinahe vollständg eingestürzt. In Richtung Leuca begegnet man den folgenden Türmen:: Torre del Sasso, auf einer Anhöhe in einiger Entfernung vom Meer und Torre Palane, der 1565 errichtet wurde. Er erhebt sich, rundförmig und zur Hälfte zerstört, auf einr Klippe am Meeresufer. Auch Torre di Specchia Grande ist rund, aber seit seinem Bau 1550 wurde er komplett umgebaut. Torre di Novaglie hingegen, welcher während der Herrscherzeit Don Pedros von Toledo fertiggestellt wurde, liegt heute in Ruinen. Torre dell 'Ominimorti von 1569 war einst eine mächtige Kasematte, eine rundförmige Konstruktion also, die rundum Öffnungen aufwies, von denen aus die Verteidigung betrieben, und ausserdem eine Plattform im oberen Stockwerk, von der aus Geschosse abgeworfen werden konnten.
Von Leuca bis nach Ugento trifft man auf den Torre di Marchiello von zylindrischer Form, der in Ruinen liegt. Torre Vado mit seinen vier Wurflöchern hat im oberen Geschoss eine kunstvolle Mauerung zu bieten. Torre Pali liegt mitten im Meer. Ausserdem begegnet man Torre Mozza. Torre S. Giovanni von 1565 wurde 1569 von den Türken angegriffen, die versuchtem, ihn einzureissen. Die Spuren dieses Kampfes sind heute noch sichtbar. Entlang des Küstenstreifens zwischen Gallipoli und Nardò, folgen diese Bauwerke aufeinander:: Torre Suda, mit einer Freitreppe, die zum Obergeschoss führt und einem Anbau aus späterer Zeit, dann der in zwei Teile geteilte Torre del Pizzo oder Cotriero . Torre S. Giovanni della pedata verfügt über drei Wurflöcher pro Seite und einen zylindrischen Grundriss. Daraufhin trifft man auf Torre Sabea, Torre dell' Alto Lido von stumpfer Pyramidenform, auch dieser Turm präsentiert eine sehenswerte Freitreppe. Torre del Fiume, auch Quattro Colonne, 'Vier Säulen' genannt, erhebt sich am Ursprung mehrerer Süsswasserquellen und ist eine echte kleine Festung mit seinen 16 Meter hohen Türmen und dem fünfeckigen Grundriss, seinen dreii Stockwerken, die von kleineren Türmen markiert sind. Auch T orre S. Caterina verfügt über einen schönen Treppenaufgang. Torre dell'Alto dominiert die Küste. Torre dell' Uluzzo ist grossteils eingestürzt, Torre dell' Inserraglio mit Schießscharten. Von Porto Cesareo bis nach San Pietro in Bevagna erhebn sich diese: Torre Sant'Isidoro, Torre Squillace, Torre Porto Cesareo, der mittlerweile die Finanzpolizei unterbringt, Torre Chianca, Torre Lapillo, Torre Castiglione, Torre Colimena, Torre Saline, in dessen Obergeschoss einst die Salzvorräte gelagert wurden. Die Tonnengewölbe und der mit gewölbten Blöcken gepflasterte Boden ('a schiena d'asino', was soviel heisst wie ' wie der Eselsrücken') waren die ideale Umgebung, um die Feuchtigkeit verdunsten zu lassen. Torre Barracco liegt auf einem grossen Felsen. Die letzten Türme, die man antrifft, sind Torre dei Molini und Torre di San Pietro in Bevagna, schliessllich, der besonders groß ist und durch seine charakteristische vierzackige Sternform ins Auge fällt.