Der Begriff
Dolmen kommt aus dem antiken Bretonisch und setzt sich aus 'tol' oder 'tuol' ('Platte') und 'men' ('bearbeiteter Stein') zusammen. In den nördlichen und westlichen Regionen Europas gab es sie schon im IV-III Jahrtausend v. Chr. Es handelt sich um Monumente aus gigantischen Steinblöcken, bei denen im allgemeinen eine waagerechte Platte auf anderen vertikal in die Erde gerammten Steinen ruht. Über die Bedeutung ist man sich nicht einig - manche sehen die Dolmen als Grabmäler, manche als Opferstätten. In den meisten Fällem befindet sich der Zugang zu den Dolmen im Osten, der mit dem Sonnenaufgang für die Menschen der Urzeit der wichtigste astronomische Fixpunkt war. Die bemerkenswertesten Monumente liegen in der Umgebung von Maglie, Melendugno, Calmiera, Minervino und in der Küstennähe von Pescoluse, bei Salve, wo man auch Keramigbruchstücke und menschliche Knochenfragmente gefunden hat.

Der Menhir, ebenfalls aus dem Keltischen aus ' men' ('Stein') und 'hir' ('lang' und 'schmal', ist ein roher oder grob behauener Steinblock, von rechteckiger Form. menhire sind zwischen anderthalb und fünf bis sechs Metern hoch und wurden direkt, ohne Basis, bis zu einem oder anderthalb Metern Tiefe in den Boden gepflanzt. In vielen Fällen funktionierten sie als Sonnenuhren. Sie waren v. a. im III-II Jahrtausend in Frankreich und den Britischen Inseln verbreitet, wo man sie einzeln oder in kreisförmigen Gruppen angeordnet antrifft. Im Salento wurden sie vermutlich in römischer Zeit als erste Verkehrszeichen aufgestellt, man begegnet ihen zumeist an Wegkreuzungen. Die Breitseite der Menhire ist, wie die der Dolmen, zur Sonne hin ausgerichtet. Grabmäler sind sie nicht, aber sie hatten religiöse und rituelle Bedeutung, wie man anhand der auf manchen eingeritzten Kreuze zu verstehen glaubt. Einige haben sogar auf der Spitze aufgestellte Kreuze. Man kann einige Menhire bei Maglie, Giurdignano und Martano besichtigen, letzterer ist der Größte, mit einer Höhe von 5,20 m.
Der Name
Specchie kommt aus dem Lateinischen von 'speculum', in diesem Zusammenhang ein Aussichtsplatz. Es sind kleine künstliche Hügel, die aus verschieden großen Steinen aufgeschichtet wurden. Einige haben einen Umfang von i 10 bis 15 Metern und sind circa 4 Meter hoch. Die größten dieser Hügel befinden sich entlang der Küste, immer auf Anhöhen, die einen guten Rundumblick erlaubten. So konnten Meer und Strand permanent überwacht werden. Vermutlich hatten sie die doppelte Funktion, sowohl als Kultort oder Kriegergrabmal, als auch als Aussichtsstandort zu dienen. Die 'Specchia dei Mori' bei Martano dominiert von ihrer Anhöhe eine Ebene, die sich bis zur Adriaküste hinzieht. Das Meer liegt in 15 km Entfernung, und gerade hier verlief die antike römische Via Traiano Calabra, die Brindisi mit Otranto verband. In der Nähe der größeren 'Specchie' hat man Bruchstücke von Gefäßen, Pfeilspitzen und Äxten gefunden. Weitere 'Specchie' liegen bei Taurisano, Zollino, Ruffano, Martano und Presicce.
Aus dem Griechischen kommt der Begriff 'Paretone' , mit dem die Trocknemauern bezeichnet werden, die im VII Jhdt n. Chr. als Befestigung der Grenzen erbaut wurden, bis zu 6 Meter breit und anderthalb Meter hoch. In dieser Zeit war das Gebiet von Otranto unter byzanthinischer Herrschaft.
Die Struktur besteht aus parallelen Reihen grob zurechtgehauener Steine, die so aneinandergereiht wurden, dass sie möglichst ohne große Zwischenräume auskamen. .Die niedrigen Gemäuer wurden an manchen Stellen von Toren oder bogenförmigen Durchgängen für Menschen und Vieh durchbrochen. Wenn man die gewünschte Höhe erreicht hatte, schloss man die Mauern mit Steinplatten ab. Sie stellten die Grenze zwischen dem Salento und dem Rest des Landes dar und verliefen als befestigter Wall entlang einer antiken Grenze zwischen Otrato und Oria. Hier traf man dann auf die Via Appia. Ausser dieser Funktion spielten die Gemäuer auch eine wichtige Rolle als Schutz für den Boden und den Anbau vor der Erosion durch Wind und Regen.
Weitere typische Kontruktionen in derselben Bauweise sind die sogenannten
Paiare ( furni oder pagghiari), die als Unterkünfte für den Tag bei der Landarbeit benutzt wurden. Sie wurden kegelförmig aus Kreisen ineinanderpassender Steine gebaut, die sich nach oben hin annähern und bis zu einem Abschlußstein hin verjüngen. Dieser trägt oft das Baujahr eingemeisselt. Im Innern findet man gelegntlich Nischen, die zu Feuerstellen ausgebaut wurden, oder auch Treppen an den Aussenseiten. Sie wurden aus dem breiten Gemäuer herausgarbeitet und man trocknete auf den Stufen Feigen, Paprika und andere Früchte. Ausserdem waren die Stufen nützlich, wenn das Dach repariert werden musste. Maan baute die 'Paiare' immer am Rand eines Feldes, damit kein Ackerboden vergeudet wurde.